Von Claudia Bioly Eisenberg. Eine dritte Firma gründen, eine weitere neue Produktionshalle bauen: Die Firmengruppe Marks aus Eisenberg, umfassender Systemlieferant für den Werkzeugbau, Formenbau, Maschinenbau sowie Lohnfertiger, hat große Pläne. Der Betrieb, der 1992 als Einzelunternehmen »Lothar Marks Werkzeugbedarf« gegründet wurde, ist seit 1997 im Gewerbegebiet Nord ansässig. 1999 firmierte sie zur Marks GmbH um, 2000 wurde als zweite Firma die HAL Komponenten GmbH als Fertigungscenter gegründet. Wegen rasanten Wachstums wurde hier oben in »Nord« alle zwei Jahre an- bzw. neu gebaut.
»Wir wollen jetzt noch das gesamte Rest-Grundstück kaufen«, erklärte Chef Lothar Marks der SPDStadtratsfraktion bei einem Firmenbesuch - auf der »grünen Wiese« zwischen den bestehenden Marks-Gebäuden und der JES Verkehrsgesellschaft. Geplant ist eine Produktionshalle von 29 mal 42 Meter Fläche, mit Büro und Sozialtrakt, dazu ein Parkplatz und eine neue Zufahrt. »Wir müssen jede Ecke ausnutzen, wollen hier oben Erde abtragen und unten an der Straße für den Parkplatz auffüllen«, zeigt Marks mit weiter Geste übers Gelände. Noch dieses Jahr soll das Grundstück gekauft werden, im nächsten Jahr gebaut. Eine Vier- Millionen-Euro-Investition. Acht neue Arbeitsplätze sollen dadurch entstehen, zusätzlich zu den jetzt 38 in der Firmengruppe. Zu dieser soll am 1. September Firma Nr. 3 hinzukommen. »SeMa« soll sie heißen, das steht für die Familiennamen Serfling und Marks. Franz Serfling ist der Enkel des Firmengründers. Er hat seine Lehre als Werkzeugmacher beendet, wird demnächst ein Meisterstudium beginnen und als Existenzgründer mit der neuen Firma starten.
»Wir bauen dort eine total neue Fertigungslinie auf«, begeistert sich Lothar Marks für die hochmodernen Technologien, die in der Firma zum Einsatz kommen sollen. »Jetzt haben wir Drei-Achs-Fräsen, künftig arbeiten wir mit Fünf-Achs-Maschinen. Jetzt können wir im Tiefbohren Teile bis zu fünf Tonnen Gewicht bearbeiten, künftig selbst Zehntonner.«
Das Problem dabei wird sein, weiß der Chef, »für diese hochmoderne Technik die Leute zu kriegen.« Die Firmengruppe bildet seit Jahren aus, und die Chance auf Übernahme ist groß. Aber selbst die Marks-Gruppe findet immer schwieriger Azubis und Mitarbeiter, auch wenn sie, wie betont wird, überdurchschnittliche, leistungsorientierte Löhne zahlt. Dabei wächst ihr die Arbeit schier über den Kopf. Anfang 2004 lag der Umsatz bei rund 20 000 Euro, jetzt beträgt er 46 000 - am Tag, wohlgemerkt. Es wird in zwei, zum Teil auch in drei Schichten gearbeitet. Ende 2010 wurden 3500 Kunden in ganz Deutschland und zum Teil auch EU-weit beliefert, Ende 2011 werden es über 4000 sein. Fünf bis sieben Tonnen Material gehen jeden Tag raus. 180 Mails und Faxe kamen allein am Dienstag rein.
Marks Stärken: eine extrem breite Produktpalette und extrem kurze Lieferzeiten. 60 000 verschiedene Teile findet der Kunde mit Preis im Internet, er bestellt online, und am nächsten Tag wird die Ware geliefert. Seniorchef Lothar Marks (Mitte) stellt die Pläne für den Neubau im Gewerbegebiet Nord vor, mit Sohn André Marks (rechts) und Enkel Franz Serfling.